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Immobilienbestand nachhaltig nutzen – „Cuxhavener WohnLotsen“ sollen helfen

 

Leere Wohnungen im Geschosswohnungsbau, „Angebotsüberhänge" bei den Einfamilienhäusern – in Cuxhaven machen sich die Umbrüche früher und deutlicher bemerkbar als andernorts. Doch die Gefahr ist nicht nur erkannt, sondern Verantwortliche in Kommunen haben Gegenmaßnahmen eingeleitet: beispielsweise mit dem Projekt „Cuxhavener WohnLotsen".


Die Zahlen sprechen für sich und zeigen eine problematische Zukunft auf: In Cuxhaven werden bis zum Jahr 2030 rund 5.700 Einfamilienhäuser - das sind etwa 60 Prozent des Bestandes - mindestens einmal ihre Bewohner verlieren. Ein starkes Indiz dafür ist, dass bereits heute in diesem Wohnungsmarktsegment überproportional viele verwitwete Personen im Alter über 75 Jahren leben, zumeist Frauen. Außerdem wurde ermittelt, dass viele Häuser Defizite aufweisen, die eine Nachnutzung erheblich erschweren. Dazu gehören unter anderem Sanierungsstau, nicht mehr nachgefragte Grundrisse oder unzureichende energetische Standards. Das Angebot wird zukünftig größer und qualitativ schlechter werden.

Auf der anderen Seite wird zugleich die Nachfrage nach Immobilien geringer: Bei gleich bleibend rückläufiger natürlicher und wanderungsbedingter Bevölkerungsentwicklung, die auf ein Minus von 15 Prozent bis zum Jahr 2030 geschätzt wird, und einer im Vergleich zu heute unveränderten Eigenheimquote zeichnet sich bis 2030 ein Überhang von rund 1.800 Einfamilienhausobjekten ab.

Als Konsequenz ergibt sich die Aufgabe, Nachfrage zu schaffen und es Menschen zu erleichtern, sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen – und zwar „vier Wände" aus dem Bestand. Wo Nachfrage erzeugt werden kann, bleiben auch Werte erhalten.

Mit klarem Kurs sollen die „Cuxhavener WohnLotsen" auf dieses Ziel zusteuern – hinter diesem Schlagwort verbirgt sich eine Beratungs-Institution, die das Fachwissen der unterschiedlichsten Akteure in der Immobilienbranche bündeln und so den einfachsten Weg zum eigenen Heim aufzeigen soll. Mit im Lotsenboot sitzen dabei Akteure aus Kreishandwerkerschaft, Haus- und Grundeigentümerverein, Kreditwirtschaft, Energieversorger, Architektenkammer, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Stadt Cuxhaven und anderen Institutionen. Sie alle wollen durch Öffentlichkeitsarbeit Lust sowie durch gebündelte Informationen und Erstberatung Mut machen, in Bestandsimmobilien zu investieren. Andererseits sollen Anbieter beim Verkauf ihrer Immobilien unterstützt werden.

Um allerdings alte Häuser für neue Besitzer attraktiv zu machen, sind verschiedene Faktoren zu beachten. Wie sind Alt-Immobilien energetisch zu sanieren? Können Sie erweitert werden? Wie müssen sie umgebaut werden, um zeitgemäße Ansprüche an den Wohnkomfort zu erfüllen? Und was ist zu beachten, damit die Menschen möglichst lange in möglichst hohem Alter noch in dieser Immobilie wohnen können? Und wie ist das alles zu finanzieren? Bei diesen und anderen Fragen soll die in Aufbau befindliche Institution helfen, Antworten zu finden und zwar auf leicht verständliche und unbürokratische Weise.

Zielgruppen der WohnLotsen-Initiative sind nicht allein derzeitige Wohnungsmieter, die sich in Hauseigentümer verwandeln sollen, sondern auch potenzielle Abwanderer. Denn ein entscheidendes Motiv dieser „Umland-Flüchtlinge" ist mittlerweile obsolet: Die Kosten für Immobilien außerhalb der Stadt unterscheiden sich immer weniger von denen für Häuser in Zentrumsnähe. Mögliche Zuzügler sind ebenfalls im Fokus der WohnLotsen – sie rekrutieren sich unter anderem aus ehemaligen Cuxhavenern, die in frühren Lebensphasen ins Umland beziehungsweise aus beruflichen Gründen in fernere Regionen abgewandert sind. Auch Menschen, die Nordsee und Elbdelta bislang als Touristen kennen lernten und nun hierhin umsiedeln möchten, um beispielsweise ihren Lebensabend hier zu verbringen, zählen dazu.

Noch ist das Projekt in der Anfangsphase und es gibt noch keine „Telefonnummer", unter der der „WohnLotse" zu erreichen wäre, doch der Start liegt auch erst wenige Monate zurück. Schon die ersten Treffen der Akteure waren nach Angaben von Tanja Gohrbandt aus der Abteilung Bauleitplanung und Stadtentwicklung der Stadtverwaltung Cuxhaven Erfolg versprechend. Zurzeit werden Konzepte für die Öffentlichkeitsarbeit in Internet und Printmedien sowie Broschüren entwickelt. Parallel dazu will die Gruppe die Organisationsform und Finanzierungsmöglichkeiten klären, damit die „WohnLotsen" baldmöglichst „an Deck" gehen können.

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