Sprungziele
Aktuelles

Stadtverwaltung Bad Bramstedt

Bleeck 17-19
24576 Bad Bramstedt

04192-506-0
04192-506-60
zentrale@bad-bramstedt.de

Mo, Di, Fr
08 - 12 Uhr
Do
08 - 12 Uhr und
14 - 18 Uhr
sowie außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
language

Stadtplan
Seiteninhalt

Region Itzehoe

 
Ob Stadt oder Dorf – jede Gemeinde ist gleich wichtig


Das „verflixte siebte Jahr" ist gekommen, aber an Scheidung denkt in der „Ehe" von Kommunen im Raum Itzehoe niemand. Seit 2002 läuft die Stadt-Umland-Kooperation (SUK) von Itzehoe und 15 Gemeinden den drei Amtsbezirken Itzehoe Land, Breitenburg und Krempermarsch. „Es ist spannend und es funktioniert", berichtet Volker Tüxen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Itzehoe-Land, der das Projekt von Beginn an begleitet.

Auslöser für die Gemeinschaft waren Probleme der Stadt Itzehoe. „Sie war an ihre Grenzen gestoßen", so Tüxen. Attraktive Gewerbeflächen mit solider Infrastruktur und gutem Baugrund waren nicht mehr zu finden. Die „Kragenamtsdiskussion" kam auf und laut Tüxen damit die Gefahr, dass der Stadt eventuell zwangsweise Raum verschafft werden müsste – zu Lasten der Gemeinden im schnürenden Kragen. Dort kam man zur Erkenntnis: Freiwillig und gemeinsam ließe sich die Entwicklung jedoch steuern.

Vorläufer und Musterbeispiel war die Kooperation der Stadt Itzehoe mit den Gemeinden Ottenbüttel und Oldenbüttel, die als Erfolg die Ansiedlung des Technologiezentrums ISIT und der Fraunhofergesellschaft gebracht hatte. Prinzip: Die kleinen Kommunen stellten gegen eine Ablösungszahlung Flächen zur Verfügung, die umgemeindet und von der Stadt Itzehoe erschlossen, entwickelt und vermarktet wurden. Plus für die Stadt: Sie kann Unternehmen eine Perspektive bieten – Plus für die Gemeinden: Neben der Ausgleichzahlung wird die Region gestärkt, weil die Kommunen ohne Partner für die Erschließung wirtschaftlich zu schwach gewesen wären. Ferner profitieren sie, weil Mitarbeiter der Firmen ja auch irgendwo wohnen müssen und so Einkommensteueranteile fällig werden. Auf diese Art wuchs die Einwohnerzahl des Amtes Itzehoe-Land mittlerweile von 7.300 auf 9.800 Personen.

Volker Tüxen erklärt die Struktur der SUK. „Wesentlich ist, dass jede Gemeinde gleichen Einfluss besitzt – egal ob es nun unser kleinstes Dorf Bekmünde mit 151 oder die Stadt Itzehoe mit 33.000 Einwohnern ist. Es darf sich niemand übergangen fühlen." Deshalb ist jede Stimme von jedem der insgesamt 16 Bürgermeister gleich viel Wert. Das gilt auch für Itzehoe, das trotzdem die Hälfte des Etats übernimmt. Tüxen: „Alle haben erfasst, dass es wichtig ist, die Region zu stärken – und zwar jeder nach seinen Kräften." Viermal im Jahr treffen sich die Bürgermeister im großen Kreis, Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen tagen häufiger. Insgesamt kommt man auf 20 bis 25 Termine im Jahr.

Die Stadt-Umland-Kooperation funktioniert auf mehreren Arbeitsfeldern. In Bezug auf die Wohnbebauung analysieren die Beteiligten den Raum gemeinsam. Wo ist die Infrastruktur gut? Wo die Nachfrage hoch? Das kann beispielsweise zu dem Ergebnis führen, dass die Stadt Itzehoe in einem Gebiet auf Entwicklung verzichtet und die Gemeinde Kremperheide statt dessen über den Bedarf hinaus entwickelt – mit diesem Ergebnis wird dann gemeinsam die Landesplanung überzeugt.

Kooperiert wird zudem beim Tourismus, wo nicht nur gemeinsam Werbematerial entwickelt, sondern auch über die kommunalen Grenzen hinausführende Radwander-Wege konzipiert werden. „Das läuft hervorragend. Unsere Gastronomen sind begeistert", sagt Tüxen.

Die höhere Schlagkraft, die aus der Gemeinsamkeit erwächst, ist einer der großen Vorteile. Volker Tüxen nennt einen Beleg: „Heiligenstedten wünschte sich die Anbindung an eine Bundesstraße. Allein auf weiter Flur hätte die Kommune mit diesem Wunsch ihre Schwierigkeiten gehabt. Als gemeinsam von der Region definiertes Ziel war das Projekt erfolgreich. Wir hatten eine starke Stimme gegenüber dem Land."

Gemeinsam wird überdies die bestehende Infrastruktur besser genutzt. Ein Beispiel dafür ist das Schulgebäude in Heiligenstedten. Allein hätte die Hauptschule hier keine Zukunft gehabt. Deshalb wurden die Räume an Itzehoe vermietet, deren Schulen aus den Fugen zu platzen drohten. Es entsteht eine Gemeinschaftsschule, die auch von Jugendlichen aus der Stadt besucht wird – wobei Itzehoe sich den Schulbau spart und die Busverbindungen besser frequentiert werden.

Ähnliche Erfolge versprechen sich die Gemeinden für die Kindertagesstätten. Eine Umfrage brachte überraschende Ergebnisse. Es war mit Leerständen gerechnet worden – doch festgestellt wurde eine wachsende Nachfrage. Allerdings können mit den derzeitigen Einrichtungen nicht an jedem Ort die ungleich verteilten Anforderungen erfüllt werden. „Konkurrenz wollen wir vermeiden. Das ist ein zu teurer Spaß", stellt Tüxen heraus. Deshalb ist es das Ziel, Kinder nicht am Wohnort sondern eventuell auch in der Nachbargemeinde betreuen zu lassen. Arbeitsfahrt und Weg zum Kindergarten lassen sich praktischerweise kombinieren.

Volker Tüxen stapelt tief bei seinem Resümee für die Region Itzehoe, die sich den Slogan „Hightech und Lebenslust im Norden" erwählt hat: „Wir stehen nicht schlecht da."

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.region-itzehoe.de

Herr Tüxen stellte die Region Itzehoe auf der 6. Zukunftswerkstatt „Flächenverbrauch in der Metropolregion Hamburg" am 16. Mai 2009 vor.
Hier finden Sie die Präsentationscharts dazu.

Unterkünfte suchen und buchen

An-/Abreise
Reisende