Sprungziele
Aktuelles

Stadtverwaltung Bad Bramstedt

Bleeck 17-19
24576 Bad Bramstedt

04192-506-0
04192-506-60
zentrale@bad-bramstedt.de

Mo, Di, Fr
08 - 12 Uhr
Do
08 - 12 Uhr und
14 - 18 Uhr
sowie außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
language

Stadtplan
Seiteninhalt

Abriss und Neubau statt Sanierung – das „Stadtquartier Wedeler Au“

 
Seit 2003 verfolgt die Adlershorst Baugenossenschaft in Wedel ein Projekt, das zu Beginn von vielen Zeitgenossen als Tabu-Bruch angesehen wurde: der Abriss von bestehendem, vermieteten Wohnraum, um Platz für Neubauten zu schaffen. Seitdem entsteht dort das „Stadtquartier Wedeler Au" – sowohl Mieter als auch die Verantwortlichen aus Stadtverwaltung und Politik sind mit der Entwicklung hochzufrieden: das Stadtzentrum wird auf qualitativ hochwertige Weise verdichtet.


Das Bauschild steht bereits – insgesamt wird das Stadtquartier Wedeler Au im Endausbau aus elf Gebäuden bestehen


Ausgangspunkt der Baugenossenschaft: Die insgesamt 149 Wohnungen in den Blocks aus den 50er Jahren waren einfach nicht mehr zukunftsfähig. Holger Reißweck, Vorstand der Adlershorst: „Wir haben eine Portfolioanalyse anfertigen lassen. Da kamen wir schnell zu der Erkenntnis, dass es bei der vorhandenen Ur-Substanz der Häuser nicht lohnt, sie zu sanieren." Das Mauerwerk der Gebäude bestand teils aus Trümmerschutt-Beton. Dementsprechend hoch waren die Heizkosten – auch der nachträgliche Einbau von doppelverglasten Fenstern half da wenig. Die Wohnungen selbst erfüllten mit Durchschnittsgrößen von 43 Quadratmetern die gegenwärtigen Ansprüche nicht mehr. Weil auch mit einer noch so intensiven Sanierung nie der Stand der Technik erreicht werden konnte und von künftigen Mietern andere Wohnungsgrößen und –schnitte erwartet werden, entschied sich die Genossenschaft für die Radikalmaßnahme.



Über einen Zeitraum von mehreren Jahren werden die Blocks aus den 50er Jahren durch Neubauten ersetzt.„Wohnen mit Service – 70 + Betreutes Wohnen" ist in diesem Gebäude geplant


Bevor damit begonnen werden konnte, das Quartier in mehreren Bauabschnitten komplett umzugestalten, mussten die Genossenschaftsmitglieder als Mieter beziehungsweise Anteilseigner motiviert werden, ihre Wohnungen zu verlassen, in denen sie teils seit Jahrzehnten lebten. Als wesentlicher Anreiz erwies sich die Zusicherung, dass die Altmieter die gleiche Warmmiete pro Quadratmeter zu zahlen hätten wie in ihren bisherigen Wohnungen – bei erheblich höherem Wohnkomfort und extrem reduzierten Nebenkosten für Heizung. Die Genossenschaft siedelte die Mieter zunächst von einem Altbau in den anderen um oder bot andernorts in Wedel Wohnungen an. Nach Fertigstellung der Neubauten konnten sie zurückkehren.

Im ersten Bauabschnitt entstand an der Gorch-Fock-Straße ein Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt 31 Wohnungen und 4 Ladengeschäften für die Nahversorgung. Im zweiten Bauabschnitt folgten weitere 60 Wohnungen in vier Stadthäusern. Mit einer Reihe von Maßnahmen wurde der Wohnkomfort erheblich gesteigert: Die durchschnittliche Wohnungsgröße wuchs auf 70 Quadratmeter. Aus der Tiefgarage bringen Aufzüge Bewohner und Besucher „bis vor die Wohnungstür". Einbauküchen, Parkettfußböden - diese und andere Ausstattungen belegen ein Wachstum in Qualität. In einem 3. Bauabschnitt folgten 31 weitere Wohnungen in der Größe von zwei bis vier Zimmern in der Kantstraße, die vor kurzem bezogen wurden.

Besonderer Wert wird auf die energetischen Eigenschaften gelegt. Der KfW-40-Standard wird erfüllt. Starke Dämmung, moderne Heizungsanlagen, Nutzung von Solarenergie durch Kollektoren und andere Maßnahmen führen nach Angaben von Adlershorst dazu, dass die „warmen" Betriebskosten um etwa die Hälfte sinken.

Im aktuellen Bauabschnitt will die Wohnungsgenossenschaft dem demographischen Wandel verstärkt Rechnung tragen. 44 Wohnungen sind unter der Überschrift „Wohnen mit Service – 70 + Betreutes Wohnen" geplant. Die Idee: Wer in die anderthalb und Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Größen zwischen 40 und 55 Quadratmetern einzieht, bucht damit auch die Leistungen eines Betreuungsdienstes, der ebenfalls im Haus angesiedelt ist – individuell nach seinen Pflege- oder Betreuungsbedürfnissen. Für alle Senioren, die noch keine Pflege wünschen ist die Variante „60+ - barrierefreies Wohnen" im Mahrfamilienhaus nebenan geplant. Damit aber kein reines Senioren-Quartier entsteht, werden in drei weiteren Stadthäusern rund 47 weitere Wohnungen für Singles, Paare und Familien in Größen bis zu vier Zimmern errichtet.

Sobald das Projekt in einigen Jahren abgeschlossen sein wird, lautet die Bilanz: Aus 149 Nachkriegswohnungen mit 7.000 Quadratmeter Wohnfläche werden 227 moderne Einheiten mit 14.400 Quadratmetern geworden sein. Und dabei wird nicht mehr Bodenfläche versiegelt worden sein als bisher, denn das Wachstum erfolgte in die Höhe.

Wedels Bürgermeister Niels Schmidt kommentiert: „Dieses Projekt ist auch deshalb so hervorragend, weil hier hochwertiger Wohnraum in unmittelbarer Zentrumsnähe geschaffen wurde, so dass die bestehende Infrastruktur besser genutzt werden kann. Unser Trend zum Flächenrecycling wurde hier wirkungsvoll unterstützt. Peter Meier, Vorsitzender des städtischen Planungsausschusses sagte: „Hier konnte Verdichtung nicht nur mit Steigerung des Komforts und hohem ökologischen Anspruch erfolgen. Manchmal bei Verdichtung auftretende Probleme, wie Konflikte mit Nachbarn, traten durch die Gesamtplanung gar nicht erst auf." Nach den guten Erfahrungen hier peile man mit dem Abriss des alten Hallenbades und einer Neubebauung mit Wohnungen ein weiteres Projekt dieser Art an.

Weitere Details sind bei der Adlershorst Baugenossenschaft unter 040/ 52 80 30 zu erfragen.

Unterkünfte suchen und buchen

An-/Abreise
Reisende