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Das Alter im Blick

 
Sage mir, wie alt du bist und ich sage dir, wann in etwa dein Haus frei wird. Diese Verknüpfung mag sich zwar technokratisch und harsch anhören, doch die Logik des Zusammenhangs ist nicht von der Hand zu weisen. Denn Alter ist unausweichlich. Eine nachhaltige Stadtentwicklung muss deshalb mit dem Faktor „Alter" rechnen. Erleichtert wird dies durch ein „Demographiekataster".

Dieses Instrument beschreibt im Kern eine simple Altersstatistik in einem Wohnbezirk. Sie kann Grundlage für zu prognostizierende Leerstände und im günstigeren Fall Hinweis auf zu erwartende Eigentümerwechsel bei Immobilien werden. Der Grundgedanke: Wenn Menschen die Grenze von 70 Jahren überschritten haben, gibt es nach der Statistik eine wachsende Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie aus dem Eigenheim, das sie für die Familie errichtet hatten, in kleinere, zentrumsnahe Wohnungen oder womöglich in Seniorensitze umziehen, weil ihnen das Bewirtschaften der großen Immobilie immer schwerer fällt. Ist den Behörden ein Zeitkorridor bekannt, indem sich so ein Umzug abzeichnet, können sie agieren, statt nur zu reagieren.

Der anstehene Genertationswechsel gewinnt derzeit Bedeutung für viele Neubausiedlungen aus den späten 60er- und 70er-Jahren. Geht man davon aus, dass damals die Paare, die sich mit ihren seinerzeit kleinen Kindern den Traum von den eigenen vier Wänden in der Vorstadt oder auf dem Lande erfüllten, etwa der gleichen Generation von 30- und 40-jährigen angehörten, so sind aus den jungen Eltern von einst inzwischen ähnlich alte Senioren geworden. Mag es durch übliche Fluktuation und Eigentümerwechsel aus familiären oder wirtschaftlichen Gründen auch Aufweichungen dieses parallelen Alterungsprozesses gegeben haben, so sind in vielen Ex-Neubauvierteln doch Häufungen von Nachbarn gleichen Alters festzustellen. Daraus können sich Probleme ergeben, sobald durch das Alter ein Umzug unausweichlich wird. Wollen viele Senioren gleichzeitig verkaufen, drückt das große Angebot die Preise. Viele Leerstände zur gleichen Zeit senken die Wohnqualität und das Image eines Viertels.

Ein Demographiekataster kann zwar das Alter ebenfalls nicht stoppen, doch zumindest als eine Art „Frühwarnsystem" fungieren. Sind Zeitkorridore für einen Umzug von vielen Bewohnern in Sicht, können Politik und Verwaltung unterschiedliche Maßnahmen rechtzeitig einleiten. Das kann beispielsweise mit dem Ausbau von Seniorenangeboten im Quartier beginnen, sich mit der Überprüfung des Bebauungsplanes für das Gebiet fortsetzen und vielleicht bei koordinierten Kaufangeboten für mehrere benachbarte Grundstücke enden, um eine gezielte, qualitative Weiterentwicklung des Ortsteils durch Neubau, Verdichtung, Umstrukturierung oder auch Freiraumgestaltung zu ermöglichen.

Und für die Alt-Eigentümer hat diese vorausschauende, gestaltende Planung den Vorteil, dass sie nicht allein den Kräften des Immobilienmarktes ausgesetzt werden.

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